Waale
sind Bewässerungskanäle, die dazu dienen das Land fruchtbar zu machen.
Das war im Vinschgau sehr wichtig, gilt er doch als sehr trockenes Gebiet. Deshalb
ist das Netz der Waale im Vinschgau sehr dicht, es ist sogar das dichteste Bewässerungsnetz
in den Alpen. Das Alter der Waale lässt sich nicht feststellen, wahrscheinlich
sind sie aber gleichzeitig mit der Besiedlung eines Ortes entstanden und sie
sind mit dem Ort mitgewachsen. Die ersten schriftlichen Nachrichten über
die Waale gehen auf das Jahr 1200 zurück. In diese Zeit fällt der
bedeutendste Ausbau der Waale. Der Neubau von Waalen endet mit dem technischen
Fortschritt, denn diese Form der Bewässerung war nicht mehr in dem Umfang
notwendig.
Die Waale wurden häufig nach der nächstgelegenen Ortschaft benannt,
nach einer Höfegruppe, oder nach einem Flurnamen. Manchmal wurden die Waale
auch nach der Art des Waales benannt. Sie hießen dann Kandlwaal, Krummwaal
oder Lirilariwaal (weil er sich so lustig schlängelte). Selten sind die
Waale nach einem Bach benannt.
Wieder andere Namen stammen aus romanischer Zeit, wie etwa der Rampitschwaal,
der Zaalwaal, der Raminiwaal, der Gaschitschaswaal, andere klingen eindeutig
deutsch, ihre Bedeutung ist dennoch rätselhaft: Harnischwaal, Suppenwaal,
Fischerwaal, Frauwaal.